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Er spürte, wie seine Finger taub wurden. Die beißend heiße Luft brannte in seinen Lungen. Er wollte nichts mehr anderes, als nach Hause gehen. Dort war die Welt immer in Ordnung gewesen. Die alte Holzscheune mit ihren dunklen Winkeln, wo er als Kind so gerne gespielt hatte. Aber wahrscheinlich war auch sie dem Angriff zum Opfer gefallen. Sie waren überraschend gekommen und hatten gründliche Arbeit geleistet. Niemand hatte den Angriff aus dem All erwartet. Aber nun waren sie da. Alles war anders.

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Er hatte das Gefühl, angekommen zu sein. Die Frage war nur, wo er nun war? 

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Die Ungewissheit blieb. Wie ein treuer Gefährte, den man nicht los wird, obwohl man gar nicht mit ihm zusammen sein will. Ungewissheit. Und die Angst. Die beiden waren immer da und spielten Karten mit ihm. Er wusste, dass er, wenn er verlieren würde, gute Gründe angeben müsste, warum er weiterleben wollte. Nein, das war keine simple Sache, die er sich einfach so nebenbei ausgedacht hatte. Das am Anfang unverfängliche Spiel beherrschte ihn nun. Es war eine todernste Sache geworden. Seine Chancen standen nicht gut. Irgendwie konnte er auf die Dauer nur verlieren. Er wusste das schon lange, vielleicht zu lange. Dumm gelaufen…

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Er nahm die Tabletten nun seit vier Jahren. Sie hatten ihm gesagt, er müsse die Tabletten wegen des hohen Blutdrucks nehmen. Er glaubte das aber nicht. Er war überzeugt, dass sie ihn mit den Medikamenten besser manipulieren und überwachen konnten. Wahrscheinlich hatten sie Nanoroboter und chemische Substanzen zu einem perfekten Medikament gepresst, so dass sie mit ihm machen konnten, was sie wollten.Er wusste, dass er nicht der einzige war. Aber niemnad gab sich zuerkennen. Zu gross war die Angst, einfach als Irrer abgestempelt zu werden und mit weiteren sogenannten Behandlungen und Medikamenten versorgt zu werden. Darum: immer schön ruhig bleiben. 

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Wenn der Anfall jeweils vorbei war, fühlte man sich zwar ausgelaugt, aber die Angst war wie weggeblasenem und man konnte wieder klarer denken. Bis zum nächsten Morgengrauen.

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Wie eine Welle breitete sich der Wahnsinn in der Bevölkerung aus. Er kam meistens im Schlaf. Gegen den Morgen hin. Und diese neue Art des kollektiven Wahnsinns war gefährlich. Der Großteil der Leute hatte sich bereits selbst oder gegenseitig massakriert. 

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Er musste nicht schreien, denn er war kein Kind mehr. Aber er fühlte sich schlechter als jemals zuvor. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Wie ein Pfahl bohrte sich die Traurigkeit in seine Brust. Er konnte beinahe nicht mehr atmen. Es brannte in seiner Brust. Würde er sterben? Oder war er einfach wieder einmal vor lauter Angst am hyperventilieren? Panisch suchte er nach einem Ausweg. Er hasste diesen Zustand. Die Welt löste sich um ihn herum auf. Einsamkeit. Ja, das Gefühl von unendlicher Eisamkeit kam in ihm auf. Und Wut. Warum hatte das Fremde ihm und den anderen das alles angetan? Eine überflüssige Frage. Er musste sich beruhigen und sich die nächsten Schritte genau überlegen. Sonst wäre er verloren gewesen wie Reto. Den, oder was von ihm übrig geblieben war, hatten sie vor einer Woche auf dem Parkfeld hinter dem ehemaligen Supermarkt gefunden. Er wollte nicht so enden. Aber das Fremde machte sie alle wahnsinnig. 

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